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Haller Hof


Jurczyce 25
32-052 Jurczyce

Der Haller Hof ist das älteste Denkmal von Jurczyce. Er wurde zur Jahrhundertwende des 17. und 18. Jhs erbaut und in den Folgejahren zwei Mal vergrößert. Anfangs war es eine stillose Holzkonstruktion. Das niedrige Erdgeschoss mit dem bewohnbaren Dachgeschoss war charakteristisch für den Herrenhof. Nach dem 2. Weltkrieg kam das Objekt in den Besitz der Jagiellonen-Universität und verfiel ohne Renovierungsmaßnahmen. 1997 erwarb es der private Käufer Marian Krawczyk. Heute steht es, wiederaufgebaut und gemauert, unter Einhaltung der architektonischen Form da. Neben dem Hof befindet sich ein 5 ha großer Landschaftspark, der zeitgleich mit dem Entstehen des Hofes angelegt wurde.

Eine Besichtigung ist nach vorheriger telefonischer Absprache möglich. Telefonnummer: 12 275 10 45

Quelle: www.jurczyce.pl

Das Familiengeschlecht Haller aus Jurczyce

Das berühmteste Mitglied der Haller Familie ist General Józef Haller, Mitbegründer der polnischen Pfadfinder, Kommandeur der II. Brigade der Legionen, Oberkommandeur der Blauen Armee. Der General verbrachte seine Kindheit in Jurczyce, wohin er nach dem Verlassen des Heimatdorfes immer wieder gerne zurückkehrte. Jurczyce verdankt auch dem Bruder des Generals, Cezary, eine Menge (er war ein Abgeordneter), da dank seiner Bemühungen die Straße nach Radziszów gebaut wurde. Des Weiteren gründete er zusammen mit der Mutter die Genossenschaft „Rola“ in Skawina. In der Erinnerung der Einwohner blieben vor allem die GutsherrinenOlga sowie ihre Töchter Anna und Ewa. Sie stifteten 1908 das Schulgebäude in Jurczyce und arbeiteten auch für die Kirchengemeinde. Am Herrenhof stand eine kleine Kapelle für die Bewohner des Hofes. Im Mai und Juni kamen zu den Gottesdiensten Kinder aus dem gesamten Dorf, da sie immer wussten, dass sie einen Leckerlie bekommen würden. Eigens für sie wurde ein spezieller Pfefferkuchen hergestellt. GutsherrinAnna war sehr sensibilisiert für die menschliche Armut und versuchte, soweit es möglich war, die Bedürftigsten zu unterstützen. Im Herrenhof in Jurczyce nahm sie oft Landsleute auf, die von den Deutschen verfolgt wurden. Sie veranstaltete auch Ferienreisen für die wissenschaftlichen und administrativen Mitarbeiter der Jagiellonen-Universität (Uniwersytet Jagielloński). Nach dem Tod von Ewa 1930 und der Mutter Olga 1940 verblieben auf dem Landgut Anna sowie ihr Bruder Karol, genannt Major, und dessen Sohn Kazik. Letzterer bezahlte den höchsten Preis für seinen Familiennamen. Er wurde in Krakau verhaftet und starb 1942 in Auschwitz. Nach dem Krieg wurde die Familie Haller enteignet, so dass sie den Hof verlassen mussten und in Krakau sesshaft wurden. Das feierliche Begräbnis von Anna Haller in der Pfarrgemeinde von Radziszów 1969 war eine Wertschätzung für ihr Lebenswerk sowie ihre Aktivität. Ein langer Trauerzug begleitete sie an ihren letzten Ruheplatz und an dessen Spitze ging der damalige Erzbischof von Krakau Karol Wojtyła – der spätere Papst Johannes Paul II. Es war die letzte Beisetzung im Familiengrab der Haller Familie in Jurczyce. Karol, der letzte Eigentümer des Dorfes, liegt in Krakau begraben.

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